Pressemitteilung

262/2016/42/A
Fürth, den 22. September 2016

Bayern haben das niedrigste Armutsrisiko bundesweit

Erwerbslose und Alleinerziehende überdurchschnittlich armutsgefährdet

Im Jahr 2015 betrug nach Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik die Armutsgefährdungsquote im Freistaat 11,6 Prozent. Damit verzeichnete Bayern im Bundesländervergleich das niedrigste Armutsrisiko, gefolgt von Baden-Württemberg (11,8 Prozent). Ein erhöhter Anteil armutsgefährdeter Personen war in der Altersklasse der 18- bis unter 25-Jährigen (16,8 Prozent) sowie bei Personen über 64 Jahren feststellbar (16,7 Prozent). Zudem wiesen vor allem Alleinerziehende und deren Kinder (36,7 Prozent) sowie Erwerbslose (43,8 Prozent) überdurchschnittliche Armutsgefährdungsquoten auf.

Nach den Ergebnissen des Mikrozensus, einer jährlichen Stichprobenerhebung bei einem Prozent der Bevölkerung, lag im Jahr 2015 die Armutsgefährdungsquote in Bayern bei 11,6 Prozent. Im Vergleich aller Bundesländer verzeichnete der Freistaat damit nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik den niedrigsten Bevölkerungsanteil mit Armutsgefährdung. Baden-Württemberg und Hessen folgten mit 11,8 bzw. 14,4 Prozent. Schlusslicht der deutschen Bundesländer war Bremen, wo jeder Vierte (24,8 Prozent) armutsgefährdet war. Bundesweit betrug die Quote 15,7 Prozent.

Differenziert nach dem Geschlecht waren von den Männern im Freistaat 10,3 Prozent und von den Frauen 12,9 Prozent von relativer Einkommensarmut betroffen. Eine erhöhte Armutsgefährdung wurde für junge Erwachsene im Alter von 18 bis unter 25 Jahren (16,8 Prozent) und für Personen ab 65 Jahren (16,7 Prozent) gemessen. So waren im Jahr 2015 in Bayern 18,8 Prozent der Frauen über 64 Jahre armutsgefährdet, wohingegen dies nur auf 14,0 Prozent der älteren Männer zutraf.

Bei den jungen Erwachsenen war der geschlechtsspezifische Unterschied mit 18,3 Prozent bei den Frauen und 15,4 Prozent bei den Männern weniger stark ausgeprägt. Im Bundesdurchschnitt lag die Armutsgefährdungsquote der jungen Erwachsenen bei 25,5 Prozent, während Personen ab 65 Jahren zu 14,6 Prozent von Armut gefährdet waren.

Eine besonders hohe Armutsgefährdung wiesen Alleinerziehende und deren Kinder auf, für die im Jahr 2015 eine entsprechende Quote von 36,7 Prozent errechnet wurde. Haushalte mit Kindern unter 18 Jahren waren aber nicht generell von einem erhöhten Armutsrisiko betroffen.

Familien mit zwei Erwachsenen und einem bzw. zwei Kindern waren im Jahr 2015 mit Quoten von 5,6 bzw. 6,7 Prozent unterdurchschnittlich armutsgefährdet im Vergleich zu Haushalten mit zwei Erwachsenen ohne Kinder (9,0 Prozent) oder zu Einpersonenhaushalten (22,0 Prozent). Bei Familien mit zwei Erwachsenen und drei oder mehr Kindern konnte eine Armutsgefährdungsquote von 15,4 Prozent berechnet werden.

Erwartungsgemäß zeigte sich ein enger Zusammenhang zwischen dem Erwerbsstatus und der Einkommenssituation der Privathaushalte. So waren von den bayerischen Erwerbstätigen 2015 insgesamt 5,4 Prozent von Armut bedroht, während die Quote bei den Erwerbslosen bei
43,8 Prozent lag.

Personen ohne deutschen Pass waren im Jahr 2015 mit 23,2 Prozent wesentlich häufiger von Armut bedroht als deutsche Staatsbürger. Hier lag die Armutsgefährdungsquote bei lediglich 10,2 Prozent. Etwas geringer war sie bei Personen ohne Migrationshintergrund (9,5 Prozent), während knapp jeder Fünfte mit Migrationshintergrund von relativer Einkommensarmut betroffen war (19,1 Prozent).

 

Methodische Hinweise:

Die Armutsgefährdungsquote bezeichnet gemäß EU-Definition den Anteil derjenigen Personen, die mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens (Median) der bundesweiten Bevölkerung auskommen müssen.

Die Grundlage der hier veröffentlichten Armutsgefährdung ist die Armutsgefährdungsschwelle auf Bundesebene (Bundesmedian), die für Bund und Länder einheitlich ist. Neben den dargestellten Armutsgefährdungsquoten gemessen am Bundesmedian werden im Rahmen der amtlichen Sozialberichterstattung auch Armutsgefährdungsquoten anhand des Landes- beziehungsweise regionalen Medians berechnet.
 
Weitere Informationen und Ergebnisse sind im Internet abrufbar unter:
http://www.amtliche-sozialberichterstattung.de